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Mittwoch

Forvik - Einmoen

Tag 23 (Freitag, 24. Juni 2011)
87km | 857hm | 3:53:17 | 12°- 19° | 2632km | 16658hm.







Bin nicht der Erste an der Fähre






und die Mofas sah ich vor drei Tagen schon in Trondheim.
Die zwei Jungs kommen aus München und fahren mit ihren Maschinen von Hamburg ans Nordkap. Voll cool. Beim Kaffee quatschen wir während wir auf die Fähre warten.






Mit dem Rad über die Brücke, da machst gleich mal 30 Höhenmeter.






Danach treffe ich Pycho. Er kommt aus Bulgarien. Er fuhr über Tschechien nach Österreich, Deutschland, Holland und Dänemark bis hier her. Er hat schon 5000km in den Beinen und will in den kommenden drei Monaten nochmal soviel zurück legen. Er fährt über Russland zurück.






Er ist ein echter Weltenbummler. Am Abend teilt er seine Keckes mit mir, erzählt wo er schon geradelt ist und klärt mich auf wie man hier günstig einkaufen kann. Die coolste Info ist www.hotshower.com hier kann man überall nach Leuten suchen die Reisenden ihre Dusche zur Verfügung stellen.






Unser Quartier, kostenlos. Für Pycho aus Bulgarien ist Norwegen noch viel teurer als für mich. Der weiß wie man überlebt.

Holmset - Kjelleidet

Tag 22 (Donnerstag, 23. Juni 2011)
152km | 1210m | 6:48:01 | 13°- 19° | 2448km | 15129hm.

Die Sonne verwandelt mein Zelt um 7:00 Uhr zur Sauna. Es wird unerträglich. Raus will ich auch nicht - lauter Mücken vor der Tür.





Nach 20km sind die Ärsche abgehängt und mein erster "Monster-Super-Spar" erreicht. Riesiges Teil in Namsos. Im hauseigenen Restaurant sitzen verdächtig viele Weisskopfseeadler (=Rentner). Meine Nachforschung ergeben ein Mittagessen für 79NOK ist das Lockmittel für diese stark zunehmende Art. Alles klar, das brauch ich auch.
"Honey that's cheaper than cheap!"
Danach bin ich so voll, das meine Lust weiter zu fahren auf unter Null sinkt...




...und hätte so fast die schöne Landschaft verpasst.





Auf dem Zeltplatz angekommen, erwarten mich Millionen von Black Flies die noch nicht gegessen haben.
Als nachts der Ruf der Natur mich aus meinem warmen Schlafsack zwingen will, versperrt mir eine dichte schwarze Wolke von miesen kleinen Blutsaugern den Zeltausgang. Sie sind kleiner als ein Milimeter und es juckt ekelig nachdem sie dich gebissen haben. Mach ich den Eingang auf, stürzen sie sich auf das Buffet. Das Besteck haben die Schmarotzer schon zwischen den Zähnen. Können die sich keinen Job suchen und ihr Futter im Supermarkt kaufen?
Zwei Möglichkeiten bleiben mir jetzt um eine Explosion im Zelt zu verhindern. Entweder ich gehe raus, sie kommen rein und dann kann ich eine Stunde auf Jagd gehen bis das Zelt von den ungebetenen Fressern befreit ist. Oder ich verzichte auf die 2,50NOK Pfand, schneide der Plastikflasche den Kopf ab, habe einen Nachttopf und kann im Schlafsack liegen bleiben. Was hättet ihr als Mann getan? Das Klo ist 100 Meter entfernt!





Buffer zum Mückennetz umgebaut. Die Sicht ist OK.

Forvik - Einmoen

Tag 24 (Samstag, 25. Juni 2011)
87km | 857hm | 3:53:17 | 12°- 19° | 2632km | 16658hm.




Bin nicht der Erste an der Fähre



und die Mofas sah ich vor drei Tagen schon in Trondheim.
Die zwei Jungs kommen aus München und fahren mit ihren Maschinen von Hamburg ans Nordkap. Voll cool. Beim Kaffee quatschen wir während wir auf die Fähre warten.



Mit dem Rad über die Brücke, da machst gleich mal 30 Höhenmeter.



Danach treffe ich Pycho. Er kommt aus Bulgarien. Er fuhr über Tschechien nach Österreich, Deutschland, Holland und Dänemark bis hier her. Er hat schon 5000km in den Beinen und will in den kommenden drei Monaten nochmal soviel zurück legen. Er fährt über Russland zurück.



Er ist ein echter Weltenbummler. Am Abend teilt er seine Keckes mit mir, erzählt wo er schon geradelt ist und klärt mich auf wie man hier günstig einkaufen kann. Die coolste Info ist www.hotshower.com hier kann man überall nach Leuten suchen die Reisenden ihre Dusche zur Verfügung stellen.



Unser Quartier, kostenlos. Für Pycho aus Bulgarien ist Norwegen noch viel teurer als für mich. Der weiß wie man überlebt.

Dienstag

Einmoen - Vassdalsvik

Tag 25 (Sonntag, 26 Juni 2011)
129km | 1301hm | 5:33:39 | 11°- 12° | 2761km | 17959hm.
Am Morgen bietet Giesela, die mit ihre Camper ebenfalls hier übernachtet hat einen Kaffee an.
War nett gemeint doch









Pycho und ich sind schon fertig mit dem Frühstück und wir wollen noch ein Stück gemeinsam fahren doch dann trennen sich unsere Wege. Mein Tempo ist zu hoch oder seins zu niedrig. Sein Fahrrad mit den 25kg Gepäck entspricht einem Wohnmobil und meins mit den 11kg eher einem schnellen PKW. Oder Rennwagen ;-)







Mach drei Stunden, 73 km und
zwei Tunnels mit je 2,6km erreiche ich die erste Fähre um 12:00 Uhr. Lief echt super, doch
Pustekuchen. Jetzt muss ich 2 Stunden warten bis die Fähre abfährt,






dann eine Stunde Schifffahrt. In den zwei Stunden lerne ich einen Holländer und zwei Deutsche kennen, die das gleiche Ziel haben. Gisela is auch wieder da. Der Holländer und ich haben die gleiche Strategie bei den Rädern. Wenig Gepäck. Das Pärchen aus Deutschland schleppt den halben Haushalt auf einem Trail hinterher. Vom Gewicht her übertreffen sie Pycho bestimmt und der macht mehr Kilometer am Tag.
Nach der Fähre heißt es dann 17km Vollgas radeln um die nächste Fähre zu bekommen. Halbe Stunde warten 10 Minuten schippern.
Nach Forøy verlasse ich die Rv.17, da der Svartistunnel für Radfahrer gesperrt ist. Es gibt eine alternative an deren Ende eine Fähre nach Ørnes steht. Auf der Fähre zuvor wird mir von der Cree bestätigt , das es um 20:00 Uhr eine Fähre nach Ørnes gibt. Also wieder 30km Vollgas um die letze Fähre zu erwischen. Doch alles wieder umsonst. Die 20:00 Uhr Fähre gibt's nicht am Sonntag!
Ich mache es mir im Warteraum bequem. Koche mir mein Abendessen und hoffe ich könnt hier übernachten.
Um 20:00 fällt die Entscheidung die 4 km zurück zum Zeltplatz zu fahren. Vielleicht schließen die den Warteraum.







Zum Abend hin sind alle Wolken verschwunden und der Zeltplatz entpuppt sich zu einer Christlichen Outdoor Schule, die in den Sommerferien als Hostel mit Zeltplatz angeboten wird.

Vassdalsvik - Bodø

Tag 26 (Montag, 27 Juni 2011)
121km | 1384hm | 5:36:20 | 11°- 19° | 2892km | 18343hm.




Da meine Fähre um 8:30Uhr am Horizont verschwunden ist wird im Hostel ausgiebig gefrühstückt. Voll super die Leute hier. Ich werde zu ihnen an den Tisch gebeten und wir unterhalten uns.
Da die nächste Fähre um 14:25 Uhr ablegt holt mich das deutsche Pärchen und der Holländer am Hafen mit einem dicken Grinsen ein. Wir tauschen unsere Erlebnisse von gestern aus und trennen uns in Ørnes.





Es ist spät als meine Einkäufe getätigt sind und so geht's erst um 16:00 Uhr ans 120km entfernte Borø.





Bis zu meiner Ankunft um 23:00 Uhr in Borø scheint die Sonne und es sind viele Radfahrer unterwegs, die das Tageslicht um diese Uhrzeit nutzen.





Mein Garmin zeigt im Display bei Sonnenuntergang __:__ an :).
Im Terminal zur Fähre an die Lofoten sehe ich überraschender Weise Pycho aus Bulgarien wieder. Sofort begrüßen wir uns wie alte Freunde, die sich seit Jahren nicht mehr gesehen haben. Er erzählt mir, dass er im Vassdalsvik Warteraum übernachtet hat und so die Fähre erreicht hat, die ich für das Frühstück hab sausen lassen.





Wir fahren dann gemeinsam zu den Lofoten.

Bodø - Moskemes

Tag 27 (Dienstag, 28 Juni 2011)
15km | 50hm | 0:50:20 | 12°- 16° | 2907km | 18393hm.





Als die Fähre um 4:30 Uhr anlegt sind wir total gerädert.





Das Wetter ist noch gut doch die ersten Wolken machen sich schon breit.





Auf der Suche nach einer Möglichkeit zu Schlafen trennen sich Pycho und meine Wege. Er will sich für zwei Stunden hinlegen und heute weiter fahren.




Meine Hoffnung, dass sich das Wetter hält, wird um 10:00 Uhr vernichtet. Es regnet und die Berge sind in dicken Wolken versteckt. Somit stirbt auch mein Plan hier langsam zu machen. Und das ursprüngliche Vorhaben so schnell wie möglich ans Nordkap zu gelangen steht an erster Stelle. Heute ist Ruhetag und morgen geht das Rennen in die letze Phase. Es sind noch 1070km bis zum Kap. Nächsten Mittwoch will ich dort sein!

Mittwoch

Moskemes - Osvoll

Tag 28 (Mittwoch, 29 Juni 2011)
201km | 1516hm | 9:06:29 | 11°- 13° | 3108km | 19909hm.

Gestern Abend - meine Schlafbrille ist aufgezogen - dringt ein „Hallo!" durch die Zeltwand und den Gehörschutz in meinen Kopf.
Ich ziehe die Schlafbrille hoch, pople einen Ohrstöpsel aus dem linken Ohr, öffne den Eingang und Winde mich wie eine Schlange in meinem Schlafsack zum Ausgang. Das Overload Pärchen hat's geschaft. Sind wohl mit dem Hurtigrute von Ørnes nach Borø geschippert. Sie fragt mich - nö, sie unterstellt mir in ihrer Frage - „Bist die ganze Nacht durchgefahren?". Als wären 24h Vollgas nötig um die 120km zu meistern. „Nein", sag ich, „bin gestern nach 5,5h in Borø angekommen und mit der Nacht Fähre zu denn Lofoten. Das kann sie wohl nicht glauben. :-D





Ich kann auch nicht glauben das beim Radrennen Trondheim -> Bergen das Durchschnitts Tempo bei 54km/h liegen soll. Immerhin geht das Rennen über eine Distanz von 540km an einem Tag!





Für mich beginnt die Etappe heute um 6:00 Uhr. Es ist frisch 10,5° und ein kühler Wind weht.





Auf der Strasse liegen die Schafe faul herum und stören sich nicht an den Autos - nur an mir. Das Mistvieh springt 2 Meter vor mir auf und rennt mir vors Rad. Schnell greife ich zu den Bremsen doch meine Finger wollen nicht zugreifen. Sie sind zu kalt und bewegen sich nur widerwillig. Nur durch einen Haken nach rechts verhindere ich jetzt, das heute schon aus dem Wollehaufen ein Kebab wird.





Während der Fahrt durch die Lofoten zieht das Wetter zu und es wird wieder mal nass. 150km waren es heute bis zur ersten und einzigen Fähre. Natürlich verpasse ich das Teil um 6 Minuten und muss eine Stunde in den klammen Klamotten warten. Ist das Kalt! Gore Tex atmet langsamer als ich schwitze. Meine Lust die 200km zu knacken sinkt. Auf der Fähre wird das Handgebläse zum Ganzkörper-Trockner zweckentfremdet und nach der Trocknung steigt meine Motivation ins Grenzenlose. Bei 11° in einem dünnen Nylon Mischgewebe und Armlingen kämpfe ich gegen den Wind auf der Rv.82 Richtung Sortland. Nach Sortland fehlen mir nur noch 8km, da die Straße in Sortland die Richtung ändert wären die restlichen 8km ein Kinderspiel, da ab hier Rückenwind herrscht. Aber die letzen 10km bis zu dieser
fuc* Stadt wollen nicht enden. Eines ist sicher: Diese Tour ist verdammt hart.